Bereits 1996 gab es in den Reihen der luxemburgischen Zivilschutzverwaltung Pioniere die sich Gedanken darüber gemacht haben,wie man eine Struktur zur psychologischen Betreuung aufbauen könnte. Hierzu bleibt zu erwähnen, dass die luxemburgischen Rettungsdienste, mit Ausnahme der Berufsfeuerwehr der Stadt Luxemburg, ausschließlich aus Ehrenamtlichen bestehen. Um diese freiwilligen Einsatzkräfte bestmöglich zu betreuen wurde am 1. Januar 1997 das Pilotprojekt „Unité de Support Psychologique“ ins Leben gerufen.

 

In einer ersten Phase wurden Ausbildungen im Bereich der psychologischen Betreuung und des post-traumatischen Stressmanagements für 22 Freiwillige organisiert. Diese Schulung fand statt in enger Zusammenarbeit mit Experten aus Belgien, Frankreich und Deutschland. Die Zielgruppen, der zu betreuenden Personen wurden folgendermaßen definiert:

 

•  die direkt Betroffenen: Opfer von Unfällen oder andere Personen, welche von kritischen Ereignissen betroffen sind,

 

•  die indirekt Betroffenen: die Unverletzten, Zeugen sowie Familienangehörige oder Freunde von direkt Betroffenen,

 

•  die Einsatzkräfte: Feuerwehrleute, Mitglieder des Zivilschutzes oder der Polizei.

 

Mit dem Gesetz vom 12. Juni 2004, welches die Schaffung einer Verwaltung für Rettungsdienste festlegt, erhielt die „Unité de Support Psychologique“ (USP), bislang noch immer Pilotprojekt, ihre legale Basis und eine neue Bezeichnung. Artikel 5 sieht vor, dass die „Groupe de Support Psychologique“ der Division des Zivilschutzes untersteht.

 

Augenblicklich zählt die „Groupe de Support Psychologique“ 78 Mitglieder wovon 58 Freiwillige mit Erfolg ihre Basisausbildung bestanden haben. Diese Ehrenamtlichen garantieren eine 24 Stunden Bereitschaft. Sie werden mittels Personenrufempfänger über die nationale Notrufzentrale 112 alarmiert. Die GSP kann von allen Einsatzkräften, d.h. Rettung- und Bergungsteams, Feuerwehren, Ärzten, Notärzten, Polizei, usw. angefragt werden. 

 

Die Erfahrungen des GSP in den ersten Jahren sind sehr positiv und dies in einem Bereich, der in der Zivilbevölkerung an Bedeutung zunimmt.